Weshalb bezahlte Anzeigen auf sozialen Medien 2026 im Kultur­marketing unverzichtbar sind

Bei der Vermarktung von kulturellen Veranstaltungen auf sozialen Medien gibt es neben den unterschiedlichen Formaten wie Videos, Slider-Posts und einfachen Bild-Posts auch noch die Wahl zwischen organischen und bezahlten Inhalten. Aufgrund der gezielteren Reich­weite sind bezahlte Werbe­anzeigen nicht nur empfohlen, sondern fast unverzichtbar.

Wer auf Instagram Inhalte publiziert, hat bestimmt schon den Button «Beitrag bewerben» gesehen. Mit nur wenigen Klicks können deine Inhalte schon mit kleinem Budget an ein ausgewähltes Ziel­publikum ausgespielt werden. Doch lohnt es sich, Geld für die Bewerbung von Inhalten auszugeben? Die kurze Antwort lautet: «Ja, aber…»

Warum organische Inhalte oft erfolglos bleiben

Kurz vorweg: Organisch bedeutet, dass Inhalte über ein Profil publiziert werden, ohne dass sie beworben (also als Werbung angezeigt) werden. Wenn wir verstehen wollen, warum organische «Werbung» nicht den erhofften Erfolg erbringt, müssen wir wissen, wie die Algorithmen von sozialen Plattformen funktionieren.

Eine soziale Plattform wie z.B. Instagram oder TikTok hat das Ziel, dass ihre Nutzerinnen und Nutzer so viel Zeit wie möglich auf ihrer Plattform verbringen. Dafür verwenden sie einen Algorithmus, also ein kleines Programm, das entscheidet, welche Inhalte einer Person angezeigt werden oder auch welche bewusst nicht. Dieser Algorithmus ist bei jeder Person individuell, damit sie die Inhalte sieht, die sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ansprechen.

Bei organischen Inhalten haben wir also nur wenig Einfluss darauf, ob sie jemand sieht oder nicht. Wir müssen uns darauf verlassen, dass Personen unserem Kanal folgen und ihnen deshalb im Idealfall unsere Inhalte angezeigt werden.

Nicht­follower:innen erreichen wir, indem wir ein virales Video publizieren, das durch den Algorithmus stark gepusht wird. Ob ein Video viral geht oder nicht, können wir aber nur schlecht bis überhaupt nicht steuern. Sollten wir es dennoch schaffen, viral zu gehen, haben wir zwar viele Personen erreicht, jedoch haben wir einen hohen Streu­verlust. Das heisst, insgesamt erreichen wir zwar vielleicht mehr Personen, jedoch sind diese womöglich irrelevant für eine lokale Veranstaltung.

Ein Beispiel: Angenommen, wir haben eine Theater­produktion in Zürich, bringt es uns relativ wenig, wenn wir mit einem viralen Video Personen in Berlin oder Wien erreichen. Denn die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich klein, dass eine Person, die noch nie etwas von einer unserer Theater­produktionen gehört hat, extra dafür nach Zürich reist.

Die Vorteile von bezahlten Anzeigen auf Social Media

Wenn wir für eine kulturelle Veranstaltung lokal ein möglichst grosses potenzielles Publikum erreichen wollen, sind Social Media Anzeigen die effektivste, kosten­günstigste und am besten messbare Werbe­form. Unsere Ziel­gruppe können wir sehr zielgerichtet definieren und der Erfolg einer Werbe­kampagne wird exakt in Zahlen gemessen. Und das Beste: Auf sozialen Plattformen können wir bereits mit kleinem Budget Werbe­kampagnen fahren.

Praxis­beispiele

Bei einer Traffic-Kampagne auf Facebook und Instagram fürs Nordklang Festival St.Gallen (ein kleines Musik­festival mit bis zu 1’000 Besucher:innen) haben wir mit einem Kampagnen­budget von 50 Franken innert 10 Tagen über 5’900 potenzielle Besucherinnen und Besucher erreicht und mehr als 240 Klicks auf die Werbe­anzeige erzielt.

Für den Theatralischen Advents­kalender des Vereins KinderKultur Chur (ein kultureller Advents­kalender für Kinder mit jährlich bis zu 1’150 Zuschauer:innen) haben wir bei einer Awareness-Kampagne auf Facebook und Instagram mit rund 77 Franken innert 10 Tagen über 18’800 Personen erreicht.

Warum «Beitrag bewerben» nur wenig bringt

Auf Facebook und Instagram sehen wir bei eigenen Beiträgen immer wieder den Button «Beitrag bewerben». Mit diesem Button können wir am einfachsten Werbung auf Facebook und Instagram schalten. Allerdings ist diese Funktion im Marketing von Kultur­veranstaltungen nur bedingt sinnvoll.

Mit der Funktion «Beitrag bewerben» können wir unsere Ziel­gruppe nur grob nach Standort, Geschlecht und Interessen eingrenzen. Im Werbe­anzeigen­manager hingegen können wir zum Beispiel gezielt Personen im Umkreis von 30 Kilometern ansprechen, die sich für Theater und Kultur interessieren. Ausserdem können wir ein konkretes Kampagnen­ziel wie zum Beispiel Klicks auf die Vorverkaufs­seite statt nur mehr Reich­weite definieren.

Zusätzlich können wir im Werbe­anzeigen­manager benutzer­definierte Ziel­gruppen ansprechen. Dies können zum Beispiel Personen sein, die unsere Website schon einmal besucht haben. Oder wir erstellen eine sogenannte Lookalike Audience: Meta analysiert dabei die Merkmale unserer bestehenden Ziel­gruppe (zum Beispiel bisherige Website-Besucherinnen oder Ticket­käufer) und findet automatisch neue Personen, die diesen ähneln.

Ein grosser Vorteil des Werbe­anzeigen­managers ist ausserdem, dass wir laufende Werbe­kampagnen jederzeit anpassen können. So können wir zum Beispiel unterschiedliche Sujets gegeneinander testen und nur die besser funktionierenden weiterlaufen lassen.

Bei ersten Versuchen im Bereich Werbung auf Social Media mag die Funktion «Beitrag bewerben» vielleicht noch sinnvoll erscheinen. Lang­fristig ist dieses Vorgehen aber eher verbranntes Geld als gezieltes Social Media Marketing. Denn ohne präzises Targeting, ohne die Möglichkeit zur Optimierung und ohne aussage­kräftige Auswertungen können wir schlussendlich nicht beurteilen, ob wir mit unseren Werbe­anzeigen tatsächlich auch Tickets verkauft haben. Wir von kulturmarketing.ch empfehlen daher bei Werbe­kampagnen auf Social Media von Beginn an den Werbe­anzeigen­manager von Meta zu verwenden.

Unser Fazit

Bei organischen Inhalten haben wir wenig bis keinen Einfluss darauf, wie viele Personen wir erreichen. Auch virale Videos bringen uns nur wenig, weil wir damit einen hohen Streu­verlust haben. Wenn wir eine kulturelle Veranstaltung auf Social Media an unser potenzielles Ziel­publikum zielgerichtet vermarkten wollen, sind Werbe­anzeigen unabdingbar.

Bei der Erstellung von Werbe­kampagnen auf Instagram oder Facebook sollte der Werbe­anzeigen­manager im Meta Business Manager der Funktion «Beitrag bewerben» vorgezogen werden. Dieser ermöglicht uns ein präziseres Targeting, laufende Optimierung und aussage­kräftige Auswertungen.

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